Zum ersten mal wurde der Vorsitz im Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, unterzeichnet am 18.04.1951 in Paris, erwähnt. Ursprünglich war die Dauer des Vorsitzes auf 3 Monate begrenzt. Erst 1957, aufgrund der sog. Römischer Verträge wurde diese Zeit auf sechs Monate verlängert.
Wie jedoch die Erfahrung gezeigt hat, ist der Zeitraum von sechs Monaten zu kurz, damit das Land, das den Ratsvorsitz ausübt, effektiv die auferlegten Ziele seiner Präsidentschaft umsetzen kann. Daher gibt es nunmehr Gruppenpräsidentschaften, in der drei Länder, die nacheinander den Ratsvorsitz haben, sich untereinander abstimmen, damit sie ihre Hauptziele in einem längeren Zeitraum von 18 Monaten umsetzen können. Wichtig für eine wirksame Umsetzung dieses Konzepts ist die Tatsache, dass sich jedes Trio aus einem größeren und zwei kleineren Staaten zusammensetzt und gleichzeitig aus „alten“ und „neueren“ Mitgliedsländern der Union besteht.
Seit dem Beschluss des Europäischen Rates vom 1. Januar 2007 (nach Aufnahme von Bulgarien und Rumänien) gibt es eine neue Ordnung für die Ausübung der Präsidentschaft im Rat der EU. Sie umfasst mittlerweile 27 Mitgliedstaaten und wurde bis Mitte 2020 beschlossen. Das erste Trio nach diesem Modell waren Deutschland, Portugal und Slowenien.
Polen, das die Präsidentschaft im Juli 2011 antritt, wird das erste und größte Land „unseres“ Trios sein. Bereits 2008 hat die Zusammenarbeit im Rahmen unseres Trios mit Dänemark und Zypern begonnen. Sie wird laufend sowohl auf der Ebene der Außenminister als auch auf Arbeitsebene fortgesetzt.
Eine wichtige Etappe war das Treffen der Ministerpräsidenten Polens und Dänemarks sowie des Präsidenten der Republik Zypernam 9. Mai 2011 in Warschau. Die Teilnehmer bestätigten das 18-monatige Programm unserer Gruppenpräsidentschaft und betonten, dass die wichtigsten Elemente des gemeinsamen Programms u.a. der neue EU-Haushalt, die Situation in Nordafrika, die Östliche Partnerschaft sowie der Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Armut sein werden.
Die Zusammenarbeit von Polen, Dänemark und Zypern erfolgt auch auf Ebene der betreffenden Ministerien und Institutionen, darunter Sejm und Senat.
Treffen auf Ebene der Koordinatoren für die Vorbereitung der Präsidentschaft:
- Februar 2008 – Kopenhagen (Dänemark)
- Mai 2008 – Warschau (Polen)
- November 2009 – Nikosia (Zypern)
- Mai 2009 – Warschau (Polen)
- November 2009 – Brüssel (Belgien)
- April 2010 – Agia Napa (Zypern)
- November 2010 – Brüssel (Belgien)
- März 2011 – Brüssel (Belgien)
- Mai 2011 – Nikosia (Zypern)
Treffen auf Ebene der Außenminister:
- Mai 2009 – Paphos (Zypern)
- Juni 2010 – Tisvildeleje (Dänemark)






